Ich bin frei weil ich so die Freiheit habe, über das zu schreiben, was mir wichtig ist.

In der Corona-Krise liegt mein Fokus besonders auf Kindern und Jugendlichen, die die Corona-Krise (noch weit mehr als wir Erwachsenen mit unserer größeren Lebenserfahrung) als belastend empfinden, mit der Einordnung und Verarbeitung ihrer Erlebnisse beschäftigt sind, Ängste haben und sich Sorgen machen.

Als Schülerinnen und Schüler waren und sind sie ja auch besonders von den mit der Corona-Pandemie verbundenen Beschränkungen betroffen. Neben ihren Erlebnissen im privaten Umfeld standen sie im vergangenen Jahr durch Schulschließungen, Home Schooling, eingeschränkten Präsenzunterricht, schrittweise Lockerungen, beschränkende Hygienemaßnahmen, abgesagte Klassenfahrten und schulische Veranstaltungen sowie vorbehaltliche Regelungen und ständige Neuerungen besonders unter Druck; die Abschlussjahrgänge mussten gar ihre Prüfungen unter Extrembedingungen absolvieren, oft entfielen Abschlussfahrten und selbst die Abi-Bälle. Und längst wiederholt sich die Entwicklung.

Frei zu sein, gibt mir die Freiheit, mich in ein Buchprojekt einzubringen, das Kinder und Jugendliche zu Wort kommen lässt, das ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Eindrücke und Erlebnisse im Zusammenhang mit der Corona-Krise auszudrücken und zu verarbeiten. Das Buch bündelt Schülerbeiträge in unterschiedlichsten künstlerischen Formen und bewahrt diese auch für die Gesellschaft in Zukunft.

Frei zu sein, gibt mir die Möglichkeit, dazu beizutragen, dass über 400 Beiträge von Schülerinnen und SchülernGehör finden. Sowohl Schülerinnen und Schüler, als auch Schulformen und -orte, bilden einen breiten Querschnitt der hessischen Schullandschaft ab: Sie gehen auf Grundschulen, Haupt- und Realschulen, Gymnasien, kooperative oder integrierte Gesamtschulen mit oder ohne gymnasiale Oberstufe, unterschiedlichste Formen beruflicher Schulen (berufliches Gymnasium, Berufsschule, Berufsfachschule, Fachoberschule, Fachschule für Technik, Höhere Berufsfachschule) oder auch Schulen mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten (kranke Schülerinnen und Schüler, Hören und Kommunikation, Sehen, Lernen, geistige Entwicklung) in öffentlicher, privater oder kirchlicher Trägerschaft in allen Gegenden Hessens, von der 1. Klasse bis hin zu Abiturienten oder Auszubildenden.

Frei zu sein, gibt mir die Zeit, mich mit Abbildungen dreidimensionaler Werke, Acrosticha, Artikeln, Berichten, Beschreibungen, Briefen, Collagen, Comics, Computergraphiken, Elfchen, Erzählungen, Essays, fiktiven Filmrezensionen, Fortsetzungsgeschichten, Fotos und -dokumentationen, Gebeten, Gedichten, gemalten Bildern, Gitterrätseln, Haikus, Handschriften, Illustrationen, Interviews, Kurzgeschichten, Liedtexten, Magazinen, Märchen, Mindmaps, Plakaten, Poesien, Rap-Texten, Reimen, Tagebucheinträgen, Übersetzungen, Unterrichtsdokumentationen, Visualisierungen, Wandzeitungen, Zeichnungen, Zitaten etc. zu beschäftigen und Ängste, Eindrücke, Erfahrungen, Erinnerungen, Erklärungen, Erlebnisse, Gedanken, Gefühle, Hoffnungen, Informationen, Meinungen, Reflektionen, Sorgen, Träume, Verhaltensregeln, Wünsche, Zukunftsvisionen uvm. nachzufühlen.

Frei zu sein, machte es möglich, dass aus einer anfänglichen Idee ein Herzensprojekt wurde; die Schülerbeiträge sind authentisch und bewegend und ich finde es wert, sie zu veröffentlichen und dadurch zu bewahren.

Erika Greilich